Theis / Weil, Hindemith
| Rebeca Olvera |
soprano
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| Tara Venditti |
mezzo-soprano
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| Herbert Lippert |
tenor
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| Rainer Trost |
tenor
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| Sebastian Noack |
baritone
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| Nathan Berg |
bass baritone
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| Armin Wolf |
narrator
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| Wiener Singakademie |
choir
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| Ernst Theis |
conductor
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Als das Radio noch ein junges Medium war, wurde der Musikbedarf dieses Mediums vornehmlich durch live gespielte Musik erfüllt, durch Übertragungen aus Konzerthäuser, Opernhäusern und Funkhäusern. Manche dieser Werke wurden auch von den neu gegründeten Radiostationen eigens in Auftrag gegeben.
Das wahrscheinlich legendärste und auch widersprüchlichste Stück dieses kurzlebigen Genres der »Radiomusik« ist der »Lindberghflug « von Bert Brecht mit Musik von Kurt Weill und Paul Hindemith. Und das Ereignis der Ausstrahlung war als interaktives Radio konzipiert: Vorweg wurde Brechts Text publiziert, damit die Radiohörer/-innen auch mitsingen könnten. Aber das Genre »Radiomusik« war wie gesagt kurzlebig und auch in sich widersprüchlich.
Der Dirigent Ernst Theis hat sich diesem Genre verschrieben und viel dieser verlorengegangenen Werke wiederentdeckt und auf CD eingespielt, so neben Werken von Hindemith, Schreker, Toch und anderen die »Radio Overture» von Pavel Haas sowie die »Sinfonietta mit Banjo op. 37. 1. Rundfunkmusik für Orchester« aus 1929 von Max Butting und auch dessen »Heitere Musik op. 38. 2. Rundfunkmusik für Orchester«. Es waren nicht viele Komponisten, die sich mit dem Medium Radio beschäftigen. sagt Ernst Theis: »Ein paar Freaks, die sich mit Rundfunk beschäftigt haben; einer davon war Kurt Weill, der auch viel geschrieben hat darüber. Was mich besonders interessiert hat, war: Wie sind denn die Komponisten auf das Medium Radio zugegangen, ist es zulässig zu sagen, es gibt eine radiophone Musik?«
Und im Grunde verneint Ernst Theis die Frage: »Der Zugang der Komponisten ist ein überwiegend künstlerischer und kein technischer. Wenn man wirklich Rundfunkmusik schreiben hätte wollen, hätte man das Mikrofon zum Instrument machen müssen – und das haben die aber nicht getan. Die haben eigentlich Musik gedacht, wie man eben traditionellerweise Musik denkt, als Komponist in den Trichter eingefüllt, der da Mikrofon hieß. Auch waren die Mikrofon-Typen nicht so weit entwickelt, dass sie diese Musik vertragen hätten können.«
Die Technik entwickelt sich schnell, die imposante Aufholjagd der Mikrofonierung beeindruckt. »Technisch gesehen war es dann 1932 weit gediehen mit dem Kondensatormikro, das bis heute verwendet wird. Es war innerhalb von neun Jahren entwickelt – so wie es bis heute noch seine Funktion erfüllt.« Dass die Radiomusiken überwiegend nicht anders gedacht und instrumentiert sind wie Musik für das Konzertpodium, kommentiert Ernst Theis so: »Über das bürgerliche Gedankengut kam lange Zeit die Idee zum Wirken, dass das technische Medium Film als minderwertig angesehen wurde, das hat sich in die Kino- wie in die in die Rundfunkgeschichte eingebrannt: Die Haltung, Kunst habe mit Technik nichts zu tun.« Gerade der »Lindberghflug« von Brecht/Weill/Hindemith aber schrammt in seiner Konzeption tatsächlich an einer originären »Radiomusik« entlang.
Christian Scheib