Gastspiel Wels
| Nemanja Radulović |
Violine
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| Markus Poschner |
Dirigent
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Josipovic/Fox
»Wenn ich seine Musik spiele, kommt es mir vor, als spräche ich mit jemandem, der zugleich von brillantem Witz und tiefster Verletzlichkeit beseelt ist«, schreibt der serbische Geiger Nemanja Radulović im Booklet seines Albums
mit Musik von Sergej Prokofjew.
Unter der Leitung von Markus Poschner ist er Solist im »Zweiten Violinkonzert in g-Moll«, einem Klassiker der Geigen-Orchesterwerke. Der energievolle Solist ist bekannt für seine hingebungsvollen Interpretationen, was in diesem Werk besonders zur Geltung kommt: voller emotionsgeladener Melodien, inspiriert von Volksliedern und virtuos. Das Violinkonzert fällt in Prokofjews Phase der »Neuen Einfachheit« und fasziniert seit der Uraufführung 1935 in Madrid.
Der »Falter« attestiert Radulović, er »balanciere im Zweiten Violinkonzert zwischen bösem Sarkasmus und echtem Feuer, Ironie und Empfindsamkeit«.
Johannes Brahms schrieb seine Vierte Symphonie 1884/85 im steirischen Mürzzuschlag. Vorerst hielt er das Werk vor Freunden geheim, kündigte es dann aber dem Dirigenten Hans von Bülow an: »Unterwegs auf den Konzertfahrten mit den Meiningern habe ich mir oft ausgemalt, wie ich sie bei Euch probierte …«
So kam es: Brahms dirigierte die Uraufführung am 25. Oktober 1885 sowie weitere Konzerte mit dem Meininger Hoforchester. Die Vierte löste Befremden und Euphorie aus, etwa bei Richard Strauss, der befand, dass sie »von eminentem Schwung und Kraft, neu und originell« sei. Dieses Werk wurde Brahms’ letzte Symphonie. In den zehn Jahren bis zu seinem Tod komponierte er – bis auf eine Ausnahme – ausschließlich Kammermusik.
Marie-Therese Rudolph