Ein Orchester mit Profil:
Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ist ein weltweit anerkanntes Spitzenorchester, das sich der Wiener Tradition des Orchesterspiels verbunden fühlt. Das RSO Wien ist bekannt für seine außergewöhnliche und mutige Programmgestaltung: Häufig werden klassisch-romantisches Repertoire und Werke der klassischen Moderne mit zeitgenössischen Stücken und selten aufgeführten Werken anderer Epochen verknüpft. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Aufführung zeitgenössischer Musik: Durchschnittlich sechs Ur- und ebenso viele Erstaufführungen bringt das RSO jährlich auf die Konzertbühnen.
Menschen mit Musik zu erreichen, zu berühren und zu begeistern.
Darin liegt die Aufgabe und Stärke des ORF RSO Wien.
(Ingrid Thurnher,
ORF Generaldirektorin)
Geschichte und künstlerische Leitung
Das RSO Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor. Unter seinen Chefdirigenten Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg, Dennis Russell Davies, Bertrand de Billy und Cornelius Meister vergrößerte das Orchester kontinuierlich sein Repertoire und internationales Renommee. Von 2019 bis Sommer 2025 war Marin Alsop Chefdirigentin. In ihrer Rolle als RSO-Ehrendirigentin bleibt sie dem Orchester eng verbunden.
Neuer Chefdirigent
Ab der Saison 2026/27 übernimmt Markus Poschner die Position des Chefdirigenten, der das Orchester in eine neue Ära führen wird.
Konzertleben und internationale Präsenz
In Wien spielt das RSO Wien zwei Abonnementzyklen im Musikverein Wien und im Wiener Konzerthaus. Darüber hinaus tritt das Orchester bei großen Festivals im In- und Ausland auf. Enge Bindungen bestehen zu den Salzburger Festspielen, dem Carinthischen Sommer, dem musikprotokoll im steirischen herbst und zu Wien Modern. Tourneen führen das RSO Wien regelmäßig nach Japan, China, Thailand, Taiwan, in die USA, nach Südamerika, Spanien und Deutschland, u. a. in die Philharmonien von Berlin, Köln und Essen sowie die Elbphilharmonie Hamburg.
Seit 2007 hat sich das RSO Wien durch die Zusammenarbeit mit dem MusikTheater an der Wien auch als Opernorchester etabliert.
Filmmusik und Medienproduktionen
Auch im Genre der Filmmusik ist das Orchester heimisch: 2012 spielte das RSO Wien den Soundtrack zum Film »Die Vermessung der Welt«, 2016 für den auf der Berlinale preisgekrönten Film »Kater« von Händl Klaus. 2020 folgte der Soundtrack von »Moonbound«, einer Neuverfilmung von »Peterchens Mondfahrt«, die 2022 in die Kinos kam. Einspielungen für Fernsehund Streamingserien wie »Kommissar Rex«, »LandKrimi«, »Vienna Blood« oder »Universum« gehören ebenfalls zum Repertoire.
Radio, Streaming und neues Publikum
Das RSO ist ein zentrales Element der österreichischen Musikszene und erreicht durch Radioübertragungen in Ö1, den Player sound.ORF.at, Fernsehen, Streaming auf ORF ON und Kooperationen mit FM4 ein breites Publikum. Durch die FM4 Radio Sessions, zuletzt gemeinsam mit Archive, Milky Chance oder Danger Dan, gewinnt das RSO kontinuierlich neue Musikliebhaber:innen.
Freund:innen des RSO
Rund 700 Fans unterstützen den Verein »Freund:in des RSO« und genießen Vorteile wie die Teilnahme an öffentlichen Proben oder Preisermäßigungen bei Konzerten des ORF RSO Wien.
Internationale Dirigent:innen und Solist:innen
Zu den Gästen am Dirigent:innenpult zählen u. a. Alain Altinoglu, Leonard Bernstein, Elim Chan, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Mirga Gražinytė-Tyla, Jakub Hrůša, Susanna Mälkki, Ingo Metzmacher, Marc Minkowski, Kent Nagano, Andris Nelsons, Maxime Pascal, Kirill Petrenko, Wolfgang Sawallisch, Giuseppe Sinopoli, Lorenzo Viotti und Simone Young.
Als Komponisten und Dirigenten leiteten u. a. Thomas Adès, Luciano Berio, Friedrich Cerha, Péter Eötvös, HK Gruber, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Bruno Maderna und Krzysztof Penderecki das Orchester. Solist:innen treten regelmäßig mit dem RSO Wien auf, darunter Renaud und Gautier Capuçon, Elīna Garanča, Christian Gerhaher, Hilary Hahn, Igor Levit, Patricia Kopatchinskaja, Gidon Kremer, Lang Lang, Sabine Meyer, Gabriela Montero, Anna Netrebko, Fazıl Say, Daniil Trifonov, Christian Tetzlaff, Maxim Vengerov und Alisa Weilerstein.
Einspielungen und Auszeichnungen
Die CD-Reihe »Neue Musik aus Österreich« umfasst Werke u. a. von Friedrich Cerha, zudem die Gesamteinspielung der Symphonien von Egon Wellesz und Werke von Eric Zeisl. Zwei CD-Boxen, »my RSO I« und »my RSO II«, erschienen mit 24 bzw. 12 CDs. 2019 wurde die Live-Aufnahme von Gottfried von Einems »Der Prozess« ausgezeichnet, 2018 erhielt das Orchester den ICMA für »Martinů: The Symphonies«. Fünfmal wurde das RSO Wien mit dem »Opus Klassik« geehrt. 2024 wurde das RSO mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis ausgezeichnet, die CD »City Noir« für den Grammy 2025 nominiert und 2025 mit dem ICMA ausgezeichnet.
Nachwuchsförderung und Orchesterakademie
Seit 1997 werden jährlich hochbegabte Musiker:innen in die RSO-Orchesterakademie aufgenommen, inklusive Meisterkursen und Workshops. Die Zusammenarbeit mit der mdw wird durch das Abschlusskonzert der Dirigent:innenklassen im Musikverein unterstrichen.
Education und Vermittlung
Das RSO Wien bietet Workshops für Kinder und Jugendliche (»my RSO mini«, »my RSO Musiklabor«) und Familienkonzerte im ORF RadioKulturhaus. Seit 2021 führt der Podcast »Warum Klassik?« in die Orchesterwelt ein. Formate wie »Poschners Meilensteine« und öffentlich zugängliche Proben machen klassische Musik für ein breites Publikum erfahrbar.
Neue Wege. Neue Nähe.
Das RSO Wien wandelt sich vom klassischen Radio-Symphonieorchester zu einem modernen Rundfunk-Orchester, sichtbar in Konzertsaal, Radio, Fernsehen, Streaming und digitalen Formaten. Mit Markus Poschner erhält dieser Weg neue Impulse und Nähe – das Orchester schärft sein Profil als führende Stimme für Musik unserer Zeit.