Poschner, Gigashvili / Kendall, Ravel, Strawinsky
Fassung 1947
| Giorgi Gigashvili |
piano
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| Markus Poschner |
conductor
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Kobaia
Frühlingsopfer
»Diese fließende Melodie! Wie habe ich um sie Takt für Takt gerungen! Fast hätte es mich umgebracht« – so stöhnte Maurice Ravel einst über jene schier unendliche Kantilene, die im zweiten Satz seines G-Dur-Klavierkonzerts so wunderbar schwerelos zwischen Dreier- und Sechsertakt dahinschwebt. In der Verbindung von Leichtigkeit und Opulenz ist dieses Werk ein Virtuosenstück für Orchester wie Klavier: Ravel jongliert nicht nur mit den damals aufregend neuen, unbotmäßigen Jazzklängen, sondern erinnert sich auch liebevoll an Mozart und Saint-Saëns sowie an spanische Volksmusik – um all diese Elemente schließlich wie in einer Zirkusmanege herumwirbeln zu lassen.
Ein Stück wie geschaffen für den 2000 geborenen georgischen Pianisten Giorgi Gigashvili, der sich als eines der aufregendsten Talente seiner Generation etabliert hat. Chefdirigent Markus Poschner kombiniert Ravel mit einem Klassiker der Moderne und einem zeitgenössischen Werk: In »O flower of fire« (2023) verbindet Hannah Kendall, 1984 in London als Tochter aus Guyana stammender Eltern geboren, Lyrik des guyanischen Dichters und Aktivisten Martin Carter mit wehmütig-beziehungsreichen Spieldosenmelodien. Schlussendlich Igor Strawinskys berühmt-berüchtigtes »Le sacre du printemps« – ein mitreißendes Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts –, in dem sich der Rhythmus von allen beengenden Traditionen emanzipiert.
Walter Weidringer