Janáček: Das Schlaue Füchslein
Oper in drei Akten
basierend auf „Abenteuer des Füchsleins Schlaukopf“ von Rudolf Těsnohlídek
Libretto von Leoš Janáček
| Kateřina Kněžíková |
Füchsin Schlaukopf
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| Adéla Plachetková |
Das junge Füchslein Schlaukopf
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| Václava Krejčí Housková |
Fuchs
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| Adam Plachetka |
Der Förster
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| Petr Levíček |
Der Schulmeister / Mücke
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| Jan Šťáva |
Der Pfarrer / Dachs
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| Daniela Straková-Šedrlová |
Die Frau Försterin
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| Martina Mádlová |
Eule
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| Tomáš Netopil |
Dirigent
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| Jiří Heřman |
Regie
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Marco Borggreve
»Fensterchen in die Seele«
Natur – das bedeutet vor allem das Triebhafte von Eros und Thanatos, den Kreislauf von Leben und Tod in Leoš Janáčeks mystischer Oper »Příhody lišky Bystroušky« (»Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf«), die hierzulande traditionell »Das schlaue Füchslein« genannt wird – auch wenn das tschechische Original zur Aufführung gelangt. Das Leben der Füchsin wurde erstmals 1920 in einer Brünner Zeitung als Comicstrip in Fortsetzungen erzählt, geschaffen vom Autor Rudolf Těsnohlídek und dem Zeichner Stanislav Lolek; Janáčeks 1924 uraufgeführte Oper beruht auf Těsnohlídeks späterer Romanfassung dieser Geschichte.
Nicht nur die Tiere sind darin bis zu einem erheblichen Grad vermenschlicht – woraus humoristisch-gesellschaftskritisches Kapital geschlagen wird –, auch das mehr oder minder dünne Mäntelchen von Zivilisation und bürgerlicher Moral, in das sich die Dorfbewohner:innen hüllen, wird gelüftet. Dahinter treten ihre kreatürlichen Triebe hervor – zum Schrecken und zur Pein jener, die sie an sich selbst entdecken müssen.
Die Grundlage von Janáčeks völlig individueller Tonsprache ist das Tschechische mit seinen Dialektfärbungen. Über Jahre hinweg legte er eine enorme Sammlung von Sprachmelodien an, die er in Notenschrift festhielt und »Fensterchen in der Seele« nannte. Die Addition kleingliedriger Motive und ostinates Insistieren prägen die oft archaisch-unbehauen wirkende, raue Oberfläche einer Musik, die mit raffinierten Variationen und changierender Harmonik psychologische Tiefen auslotet. Mit namhafter Besetzung und unter der Leitung von Tomáš Netopil bringt das RSO Wien Janáček in Brno zum Klingen.
Walter Weidringer