Poschner, Wegener, Fingerlos / Mayer, Zemlinsky
| Sarah Wegener |
Sopran
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| Rafael Fingerlos |
Bariton
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| Markus Poschner |
Dirigent
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Pewal/Josipovic/Hartmann
Weibliche und männliche Kräfte
»Was weibliche Kräfte, Kräfte zweiter Ordnung, vermögen – das hat Emilie Mayer errungen und wiedergegeben«, schrieb die »Neue Berliner Musikzeitung« über die 1812 in Friedland in Mecklenburg geborene Komponistin, die als eine der bedeutendsten der Romantik gilt. Der Status von Künstlerinnen lag damals weit unter jenem ihrer männlichen Kollegen – entsprechend wurde ihr Schaffen wahrgenommen.
Dabei tat Emilie Mayer viel, um ihre Musik zugänglich zu machen: In Berlin organisierte und finanzierte sie Konzerte mit eigenen Werken bei freiem Eintritt, was Zuhörer:innen und Kritiker:innen nutzten. Dennoch gelang es ihr kaum, weitere Aufführungen zu etablieren. Zunehmend desillusioniert, wandte sie sich kleineren Besetzungen zu. Ihre »Siebte Symphonie in f-Moll« sollte für Jahre ihr letztes Orchesterwerk bleiben und gilt als eindrucksvolle Bestandsaufnahme ihres Könnens. Von Mayers acht Symphonien wurde nur eine gedruckt – neun Jahre nach der Uraufführung als Klavierauszug. So gerieten ihre Werke in Vergessenheit.
Im Wien der Jahrhundertwende blühten Kunst und Wissenschaft. Gustav Mahler leitete die Wiener Hofoper und reformierte das Musiktheater. Arnold Schönberg fand in Anton Webern und Alban Berg Schüler, mit denen er das Aufbrechen der Tonalität vorantrieb. Mit beiden war Alexander Zemlinsky verbunden – als Freund und Konkurrent zugleich. Seine »Lyrische Symphonie« kündigte er 1922 bei seinem Verleger als ein Werk mit fernöstlich inspirierten Texten wie »Der Gärtner« von Rabindranath Tagore an. Lied und Symphonie – an der Schwelle von Spätromantik und Moderne
Marie-Therese Rudolph