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ORF Kultur

Gastspiel Ljubljana

So., 04.04.2027, 19:30 Uhr
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Cankarjev dom Ljubljana
Folgetermine:
Di., 06.04.2027,
Bernd Richard Deutsch: Con Moto (2023)
für Orchester
Sergej Prokofjew: Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63 (1935)
Johannes Brahms: Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98 (1885)
Nemanja Radulović
Violine
Markus Poschner
Dirigent
© 

Josipovic/Fox

Markus Poschner Nemanja Radulovic
Markus Poschner/Nemanja Radulovic

»Mit Schwung und Kraft«

Einige Orchesterwerke des gebürtigen Niederösterreichers Bernd Richard Deutsch haben es bereits in den Repertoirekanon geschafft. Dazu zählt auch sein kurzes »Zugabenstück», das er 2023 für die Bamberger Symphoniker komponiert hat. Der Titel »Con moto« verrät die Grundidee: »mit Bewegung«. Der Komponist führt aus: »Das Stück ist sehr puls- und rhythmusbetont, es geht darum, ein starkes Tempo durchzuhalten und dranzubleiben!«
Die Widmungsträger hat er namentlich im Tonmaterial verewigt, indem er deutsche und italienische Bezeichnungen der Töne kombiniert – eine tradi­tionsreiche Form musikalischer Würdigung.

Darauf folgt ein Klassiker der Violinkonzerte mit dem energievollen Solisten Nemanja Radulović. Der serbische Geiger ist bekannt für seine hingebungsvollen und leidenschaftlichen Interpretationen. Mit dem RSO spielt er ein Werk eines seiner liebsten Komponisten, des Russen Sergej Prokofjew.
Dessen »Zweites Violinkonzert in g-Moll« mit emotionsgeladenen Melodien, inspiriert von Volksliedern, aber auch herausfordernd virtuos, fällt in dessen Phase der »Neuen Einfachheit«. Seit seiner Uraufführung 1935 in Madrid ist das beliebte Werk ein unverzichtbarer Teil des Solist:innenrepertoires.

Johannes Brahms schrieb seine Vierte Symphonie 1884/85 im steirischen Mürzzuschlag. Vorerst hielt er das Werk selbst vor Freunden geheim, doch dann kündigte er es dem Dirigenten Hans von Bülow freudig an: »Unterwegs auf den Konzertfahrten mit den Meiningern habe ich mir oft mit Vergnügen ausgemalt, wie ich sie bei Euch hübsch und behaglich probierte, und das tue ich auch heute noch …«
Und so kam es auch: Brahms dirigierte die Uraufführung am 25. Oktober 1885 sowie die weiteren Konzerte mit dem Meininger Hoforchester selbst. Die Vierte löste Befremden und Euphorie aus, etwa bei seinem Zeitgenossen Richard Strauss, der urteilte: »von eminentem Schwung und Kraft, neu und originell«. Besonderen Eindruck hinterließ die Passacaglia im Finale – mit 30 Variationen über ein Thema aus einer Bach-Kantate.
Dieses Werk wurde die letzte Symphonie von Johannes Brahms. In den zehn Jahren bis zu seinem Tod komponierte er – bis auf eine Ausnahme – ausschließlich Kammermusik.

Marie-Therese Rudolph

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