Marshall, Gryaznov / Gershwin, Gryaznov
for Orchestra
Arrangement: Robert Russel Bennett
Arrangement: Ferde Grofé
| Vyacheslav Gryaznov |
Klavier
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| Wayne Marshall |
Dirigent
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Operabase/Canale
»Rhapsody in Black«
Es ist wohl die spezifische Mischung aus Anspruch und Unterhaltung der US-amerikanischen Musik des 20. Jahrhunderts, die sich im Schaffen eines Komponisten wie George Gershwin so exemplarisch verdichtet. Als Kind einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie sog Gershwin die verschiedensten musikalischen Einflüsse auf – und schuf in »Porgy and Bess« ein soziokulturell überaus bedeutsames Bühnenwerk, das als erste US-»Volksoper« das Leben einer schwarzen Community in South Carolina auf die Opernbühne brachte. Leidenschaft und Gewalt, Sucht und Sehnsucht regieren in dieser Welt der Ausgegrenzten.
In der komprimierten und doch zugleich epischen Form von Robert Russell Bennetts »Symphonic Picture« entfaltet die Partitur auch rein instrumental ihre Faszination. Gershwins »Rhapsody in Blue« ist ebenso ein US-amerikanisches Meisterwerk, das ins kollektive Gedächtnis eingegangen ist, und Zeugnis einer musikalischen Epoche.
Als ideale Ergänzung dazu präsentieren Wayne Marshall und das RSO an diesem Abend »Rhapsody in Black« des 1982 geborenen russischen Komponisten und Pianisten Vyacheslav Gryaznov. Basierend auf Themen aus Gershwins »Porgy and Bess«, sollte die Urfassung ein Werk für das Klavierduo Nikolai Petrov und Alexander Ghindin werden. Doch wenige Wochen vor der geplanten Uraufführung 2011 in Moskau erlitt der 68-jährige Petrov einen Schlaganfall und starb zwei Monate später. Gryaznov widmete das Werk seinem Andenken und erstellte eine Fassung für Soloklavier und Orchester.
Trotz der thematischen Bezüge wollte Gryaznov mit dieser »Rhapsody in Black« ein eigenständiges Werk schaffen: »Es geht um einen Mann mit körperlicher Einschränkung, aber glühender Seele; um seine Träume, Überzeugungen und die Reise zu seinem Ziel. Es geht auch um eine schöne Frau mit schöner Seele, die hin- und hergerissen ist von Leidenschaften und durch ihre Schwächen eingeschränkt wird. Es geht um das Ende ihrer inneren Kämpfe und um das Ende seiner Träume.« Den Part des Solisten übernimmt Vyacheslav Gryaznov selbst.
Walter Weidringer